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08.09.2017 07:44 Alter: 94 days

Spatenstich für das Reinsbeker Dorfgemeinschaftshaus

Jetzt geht es wirklich los: Am 1. Oktober 2014 hatten die Reinsbeker schon einmal mit einem Schild für den Baubeginn ihres Dorfgemeinschaftshauses posiert. Dann jedoch erlebten sie ein Wechselbad der Gefühle, das nun ein Ende nahm. Seit Mittwoch wird wirklich gebaut.


Ein großer Moment für Architektin Jana Schmidt, die Gemeindemitglieder Jörg Grell und Bernd Boekhoff und Bürgermeisterin Bettina Albert: Sie führen den "ersten Spatenstich" für das Dorfgemeinschaftshaus Reinsbek aus. Foto: Petra Dreu

280 Quadratmeter Nutzfläche bietet das eingeschossige Dorfgemeinschaftshaus in Reinsbek. Quelle: Zeichnung: Architekturbüro Schmidt

Pronstorf. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt war in den letzten drei Jahren die Stimmung von Bürgermeisterin Bettina Albert, wie sie während der kleinen Feier zum Baubeginn verriet. Für das 450.000 Euro teure Gebäude hatte sie auf Fördermittel des Landes gehofft. Die jedoch kamen nicht. Reinsbek wurde schlichtweg nicht berücksichtigt. „Das ließ uns in Tränen ausbrechen“, sagte die Bürgermeisterin. Den Kopf in den Sand zu stecken, kam für sie und ihre Gemeindevertreter aber nicht in Frage. Sie suchten nach einem weiteren Partner, den sie in der Aktivregion Holsteins Herz fanden, die Fördermittel vergibt. „Wir bekamen die Höchstsumme 100.000 Euro. Das ließ uns dann wieder strahlen“, freute sich Bettina Albert, die keinen Hehl daraus macht, dass das Dorfgemeinschaftshaus Reinsbek trotz der hohen Fördersumme noch sehr viel Geld kostet, was die Gemeinde noch über viele Jahre selbst schultern müsse.

280 Quadratmeter Nutzfläche hat Architektin Jana Schmidt aus Bad Segeberg für das eingeschossige Dorfgemeinschaftshaus vorgesehen, das aus einem geschlossenen und beheizten Teil sowie einem geschlossenen und unbeheizten Teil bestehen wird. Erreichbar ist der Gemeinderaum über einen zentralen und barrierefreien Zugang, zudem hat er einen Zugang über zwei große Schiebetüren zum überdachten Außenbereich und einen direkten Ausgang ins Freie. Hunger muss im Reinsbeker Dorfgemeinschaftshaus auch niemand leiden, denn direkt an den Gemeinschaftsraum gliedert sich eine Ausgabeküche an.

Der WC-Trakt ist barrierefrei und wie das restliche Gebäude ebenfalls auch für Menschen mit Behinderungen ausgelegt. Beheizt wird das Dorfgemeinschaftshaus mit einer Gasheizung. Für Aufregung hatte zuletzt eine Forderung des Kreises gesorgt, das weitere Maßnahmen für den Klimaschutz gefordert hatte. Wegen der nicht ständigen Nutzung des Gebäudes wurde darauf jedoch verzichtet.

Vorverträge hat die Gemeinde bereits mit den Landfrauen, der Volkshochschule und dem DRK geschlossen, die das Haus neben den örtlichen Vereinen regelmäßig nutzen wollen. Das soll nach der Fertigstellung Mitte 2018 möglich sein.

Für Karin Löhmann, Fachbereichsleiterin beim Kreis Segeberg, ist das Dorfgemeinschaftshaus von Reinsbek ein „Best Practice Beispiel“ dafür, wie Gemeinden im ländlichen Raum dem demografischen Wandel begegnen sollten. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Alten in den Dörfern bleiben können. Gleichzeitig brauchen wir Orte der Begegnung für Eltern und Kinder“, sagte Löhmann. Den anwesenden Dorfbewohnern und Gemeindevertretern verriet sie: „Mir ist das Herz aufgegangen, als ich davon gehört habe, dass Sie drei Jahre den Weg gegangen sind, ohne sich davon abbringen zu lassen.“

 Petra Dreu

Quelle: Lübecker Nachrichten, den 08.09.17